Der Gourt de Mautens Rouge 2019 von Jérôme Bressy ist ein außergewöhnlicher, charakterstarker Wein aus dem südlichen Rhônetal, der die Quintessenz alter Gemischtpflanzungen auf biodynamisch bewirtschafteten Terrassen in Rasteau verkörpert. Mit seiner aristokratischen Textur, der tiefen Garrigue-Würze und dem beeindruckenden Lagerpotential zählt er zu den bedeutendsten Weinen der Appellation – und weit darüber hinaus.
Wer einen zugänglichen, weichen Südrhône-Wein sucht, wird hier nicht fündig. Wer hingegen bereit ist, sich auf einen Wein von großer Tiefe, Eigenständigkeit und Kompromisslosigkeit einzulassen, findet im Gourt de Mautens 2019 einen der faszinierenden Vertreter seiner Art. Absolute Kaufempfehlung für Liebhaber komplexer, terroir-geprägter Rotweine.
Was ist das für ein Wein?
- Name: Gourt de Mautens Rouge
- Weingut: Domaine Gourt de Mautens, Jérôme Bressy
- Klassifikation: IGP Vaucluse (Indication Géographique Protégée) – seit Jahrgang 2010 wird der Wein bewusst nicht mehr unter der Rasteau AOC vermarktet, um größere Freiheit bei Rebsorten und Vinifikation zu haben
- Jahrgang: 2019
- Weinart: Rotwein
- Alkohol: nicht bekannt
- Rebsorten: Assemblage aus Grenache Noir (dominierend), Syrah, Mourvèdre, Counoise und weiteren traditionellen südlichen Rhône-Sorten; das Weingut ist für die Vinifikation aus alten Gemischtpflanzungen (field blends) bekannt
- Weinausbau: Alte Eichenfässer; genaue Ausbauzeit nicht bekannt
Quellenangabe
Herkunft
- Kontinent: Europa
- Land: Frankreich
- Région: Provence-Alpes-Côte d'Azur
- Département: Vaucluse (84)
- Weinregion: Südliche Rhône (Vallée du Rhône méridionale)
- Appellation (ursprünglich): Rasteau – vermarktet als IGP Vaucluse
- Ort: Rasteau
Terroir
- Bodentyp: Kieselgestein und gräulicher Kalkstein in einer Matrix aus rötlichem Ton; typisch für die Terrassen am Schwemmkegel der Montagne de Ventabren
- Bodenbeschaffenheit: Gut drainiert, steinig, flachwüchsig – zwingt die Reben, tief zu wurzeln
- Klima: Mediterran mit ausgeprägtem Mistral-Einfluss; heiße, trockene Sommer und milde Winter; der Mistral sorgt für natürliche Austrocknung und reduziert Faulnisdruck
- Exposition: Überwiegend Süd- und Südostausrichtung, vor dem Mistral geschützt
- Höhenlage: 117 bis 366 m ü.N.N. (Gemeindegebiet Rasteau)
- Besondere Einflussfaktoren: Alte bis sehr alte Rebstöcke (teils über 100 Jahre), sehr niedrige Erträge, Nähe zur Ouvèze
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Besonderheit
Jérôme Bressy gilt als einer der eigenwilligsten und konsequentesten Winzer des südlichen Rhônetals. Im Jahr 2010 traf er die außergewöhnliche Entscheidung, seinen Wein freiwillig aus der Rasteau AOC heraus- und als IGP Vaucluse einzustufen. Damit verzichtete er bewusst auf den Prestige-Status einer anerkannten Herkunftsbezeichnung – zugunsten der Freiheit, seine teils über 100 Jahre alten Gemischtpflanzungen so zu vinifizieren, wie er es für richtig hält, ohne sich an die Rebsortenvorgaben der AOC gebunden zu fühlen. Das Weingut wirtschaftet nach biodynamischen Prinzipien. Die Weine werden ohne Schönung und Filtration ausgebaut und enthalten nur minimalste Mengen an Schwefel. Sie zählen zu den kultigsten und am schwierigsten zu beziehenden Weinen der gesamten Rhône.
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Sensorik
- Aussehen/Farbe: Tiefes Rubingranat bis fast Violettschwarz; dichte, opake Erscheinung mit kaum sichtbaren Rändern; ausgeprägte Viskosität
- Duft/Nase: Komplex und vielschichtig – dunkle Früchte wie Brombeere, schwarze Kirsche und Pflaume dominieren; darunter Garrigue-Noten (Thymian, Rosmarin, Lavendel), Ledertöne, dunkle Schokolade, Kakao sowie Anklänge edler Hölzer und mineralischer Würze; mit Luft entfalten sich Noten von Tabak und Tinte
- Geschmack/Gaumen: Voller, seidenzarter Körper mit ungemein dichter, fast cremiger Textur; reife, aber strukturierte Tannine; die Säure ist fest eingebunden; das Fruchtfleisch ist konzentriert und tief, ohne opulent oder überladen zu wirken; Garrigue und Gewürze setzen sich auf dem Gaumen fort
- Abgang/Länge: Sehr lang und persistierend; mineralisch-würzig; samtig und komplex; der Nachklang hält mehrere Minuten an
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Qualität
- Komplexität: Herausragend – der Wein zeigt eine außergewöhnliche aromatische Tiefe und Vielschichtigkeit, die für Weine aus Rasteau und dem gesamten südlichen Rhônetal selten erreicht wird
- Ausgewogenheit (Balance): Sehr gut; Frucht, Tannin, Säure und Alkohol sind harmonisch integriert; der Wein wirkt trotz seiner Dichte nicht schwerfällig
- Typizität: Außergewöhnlich – der Wein ist tief in seiner regionalen Herkunft verwurzelt und spiegelt sowohl das mediterrane Klima als auch die alten Grenache-dominierten Gemischtpflanzungen von Rasteau exemplarisch wider
- Lagerpotential: Hoch; der Jahrgang 2019 bietet ausreichend Struktur und Konzentration für eine Entwicklung über 15 bis 20 Jahre; der Wein ist derzeit in einem frühen bis mittleren Reifestadium
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Charakter
- Aristokratisch und zugleich erdverbunden – der Wein verbindet große Eleganz mit rustikaler Kraft des südlichen Rhônetals
- Meditativ und vielschichtig: Wer sich die Zeit nimmt, ihn zu beobachten, wird immer neue Nuancen entdecken
- Entwickelt sich stark mit Luft: Eine Karaffe von mindestens einer Stunde ist empfehlenswert
- Stark terroir-geprägt: Garrigue, Stein und südliche Würze sind stets präsent und verleihen dem Wein eine unverwechselbare Identität
- Kompromisslos und eigenwillig – wie der Winzer selbst; kein Wein für Konsumenten, die Zugänglichkeit über Tiefe stellen
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Food Pairing
- Geschmorte Lammkeule mit Rosmarin und schwarzen Oliven
- Gebratenes Wildschweinfilet mit Wacholderbeeren und Polenta
- Provenzalisches Daube de bœuf (Rindfleisch-Schmorragout mit Oliven und Orangenzeste)
- Reifer Comté oder Tomme de Savoie
- Gebratene Taubenbrüste mit Feigen-Reduktion
- Wildragout mit Pilzen und frischen Kräutern
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Trinkfenster
Der Wein ist aktuell (2026) bereits zugänglich, zeigt aber erst den Beginn seiner Entwicklung. Die dichten Tannine und die hohe Konzentration des Jahrgangs 2019 lassen erhebliches Reifepotential erkennen. Der Höhepunkt wird voraussichtlich zwischen 2028 und 2038 liegen, wenn Frucht, Tannin und Garrigue-Würze vollständig verschmelzen. Trinkreife Exemplare sollten mindestens eine Stunde vor dem Servieren dekantiert werden. Spätestens bis 2042 trinken.
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Preis
Der typische Marktpreis liegt bei ca. 70 bis 84 Euro pro Flasche (0,75 l) (Stand: Frühjahr 2026). Der Wein ist nur in sehr begrenzten Mengen verfügbar und wird von ausgewählten Weinhandlungen sowie über Direktbezug beim Weingut angeboten.