Der Descendientes de J. Palacios Villa de Corullon Mencia 2020 ist ein außergewöhnlicher Wein, der das Potential der Mencía-Rebsorte und des Bierzo auf einem Niveau zeigt, das weltweit mit den besten Pinot Noirs mithalten kann. Die Kombination aus ätherischer Leichtigkeit, tiefer Mineralität und blütenbetonter Frucht ist einzigartig und macht diesen Jahrgang zum bislang besten Corullon, den das Weingut produziert hat.
Bei einem Preis um die 37 Euro macht diesen Wein zu einem der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse in der Welt der Feinweine. Kaufempfehlung – jetzt kaufen, drei bis fünf Jahre kellern und in vollen Zügen genießen.
Was ist das für ein Wein?
- Name: Descendientes de J. Palacios Villa de Corullon Mencia
- Weingut: Descendientes de J. Palacios
- Klassifikation: Bierzo DO
- Jahrgang: 2020
- Weinart: Rotwein, trocken
- Alkohol: 13,7 %
- Rebsorten: Mencía 100 %
- Weinausbau: Holzfass (Barrique), ca. 9–10 Monate
Quellenangabe
Herkunft
- Kontinent: Europa
- Land: Spanien
- Provinz: Kastilien und León (Castilla y León), Provinz León
- Region: El Bierzo
- Appellation: Bierzo DO (Denominación de Origen, anerkannt seit 1989)
- Ort: Corullón
Terroir
- Bodentyp: Vorwiegend Schiefer (Slate) und Quarzit; in den höheren Lagen stark steinige, schieferhaltige Böden mit guter Drainage
- Bodenbeschaffenheit: Dünn und arm an organischer Substanz, leicht sauer (pH ca. 5,5–6), kaum Kalk; zwingt die Reben zur Tiefgründigkeit
- Klima: Kontinental mit atlantischen Einflüssen; die umgebenden Gebirge (bis ca. 2.000 m) schützen vor Regen und kalten atlantischen Winden; trockener als das benachbarte Galizien; mittlere Jahrestemperatur ca. 12 °C, durchschnittlicher Jahresniederschlag ca. 700 mm
- Exposition und Hangneigung: Terrassenanlagen an steilen Hängen rund um das Dorf Corullón
- Höhenlage: Teilweise über 800 Meter über dem Meeresspiegel
- Besondere Einflussfaktoren: Starke Tag-Nacht-Temperaturschwankungen, die zu außergewöhnlicher aromatischer Komplexität führen; biodynamische Bewirtschaftung; alte Rebstöcke
Quellenangabe
Besonderheit
Der 2020er Villa de Corullon gilt als außergewöhnlichster Jahrgang in der Geschichte dieses Weins. Laut Winemaker Ricardo Pérez Palacios war es der hellste Corullon, den das Weingut je produziert hat – und das in einem warmen Jahr, in dem man eher Opulenz erwartet hätte. Der Wein entwickelt sich anders als erwartet und zeigt eine außergewöhnliche Delikatesse und Eleganz. Robert Parker nannte den 2020er seinen liebsten Corullon überhaupt und verglich ihn mit einem Rotwein aus dem Jura. Ricardo Pérez Palacios selbst zog Parallelen zu Morey-Saint-Denis. Die Gesamtproduktion betrug lediglich 22.183 Flaschen zuzüglich weniger Großformate. Die Trauben stammen aus biodynamisch bewirtschafteten Weinbergen.
Quellenangabe
Sensorik
- Aussehen/Farbe: Helles, transparentes Rubinrot; für einen Mencía-Rotwein ungewöhnlich blass und durchsichtig, mit violetten Reflexen; mittlere bis geringe Farbintensität
- Duft/Nase: Ausdrucksstarkes, blütenbetontes Bouquet mit Veilchen, Rosenblättern und getrockneten Blumen; rote Früchte dominieren – Walderdbeere, Sauerkirsche, Johannisbeere; dazu salzige Lakritze, kühle Wildbeeren, florale und rauchige Anklänge sowie Noten von Grapefruit und grüner Aprikose; feine mineralische Tiefe
- Geschmack/Gaumen: Schlank und elegant, mit intensiver Frische; lebhafte, reife und saftige Säure; samtene, äußerst feine Tannine ohne jede Rauheit; Aromen von roter Johannisbeere, Thymian, weißem Pfeffer, getrockneten Kräutern und Schiefer; vielschichtige Mineralität; voll und trotzdem leichtfüßig
- Abgang/Länge: Lang und mineralisch, mit einem leichten Salzton; klingt mit Crème de Cassis, Zwetschge, dunkler Erde und einer ätherischen Frische aus; sehr langer Nachhall
Quellenangabe
Qualität
- omplexität: Sehr hoch. Der Wein vereint blumige Primäraromen, mineralische Sekundärnoten und eine faszinierende Tiefe, die sich im Glas nach und nach entfaltet. Die Vielschichtigkeit von Frucht, Blüte, Erde und Mineralität ist bemerkenswert.
- Ausgewogenheit (Balance): Hervorragend. Säure, Tannin, Frucht und Alkohol befinden sich in einer sehr harmonischen Balance. Trotz des warmen Jahrgangs 2020 wirkt der Wein schlank, frisch und nie schwerfällig. Parker hob die ungewöhnliche Balance ausdrücklich hervor.
- Typizität: Sehr hoch in Bezug auf die Mencía-Rebsorte und die Herkunft Bierzo: frische Säure, rote Frucht, Kräuterwürze und ausgeprägte Mineralität. Der Wein transzeniert dabei die typischen Parameter und zeigt eine außergewöhnliche Eleganz, die an die Burgund-Klassiker erinnert.
- Lagerpotential: Sehr hoch. Trinkreife laut Angaben des Händlers: 2025–2049. Parker und Suckling empfehlen ein weiteres Ablegen, da die Tannine noch Integration benötigen. Spätestens bis etwa 2045 trinken.
Quellenangabe
Charakter
- Ätherisch und leichtfüßig: Trotz vollreifer Trauben aus einem warmen Jahr wirkt der Wein federleicht, transparent und beinahe schwerelos
- Blütenbetontes, florales Profil: Veilchen und Rosenblätter prägen den Eindruck stärker als bei anderen Mencía-Weinen aus Bierzo
- Präzise Mineralität: Schiefer und Salz sind klar und deutlich spürbar, der Wein schmeckt nach seinem Terroir
- Burgund-Eleganz in spanischem Gewand: Winemaker Ricardo Pérez Palacios selbst verglich den 2020er mit Morey-Saint-Denis – eine außergewöhnliche Aussage für einen Rotwein aus Spanien
- Entwickelt sich deutlich mit Luft: braucht Dekantierzeit oder Zeit im Keller, um sein volles Potential zu zeigen
- Frisch und dabei meditativ komplex: Ein Wein, der sich nicht sofort erschließt, sondern mit zunehmender Offenbarung belohnt
Quellenangabe
Food Pairing
- Lammrücken mit Kräuterkruste aus Thymian und Rosmarin
- Spanisches Spanferkel (Cochinillo asado) aus dem Ofen
- Wildgerichte: Rehfilet mit Rotweinjus und Waldpilzen
- Gegrilltes Ibérico-Schwein oder Chorizo
- Manchego-Käse (gereift, 12 Monate) mit Quittenpaste
- Pilzrisotto mit Steinpilzen und gereiftem Parmesan
- Gefüllte Paprika nach baskischer Art mit Hackfleisch und Tomaten
Quellenangabe
Trinkfenster
Der Wein ist seit 2024 sehr gut trinkbar und zeigt seine erste reife Phase. Der Höhepunkt wird voraussichtlich zwischen 2028 und 2038 liegen, wenn sich die dichten, staubigen Tannine vollständig integriert haben und die Mineralität mit der floralen Frucht zu einem harmonischen Gesamtbild verschmilzt. Angesichts der Produktionsangaben des Weinguts empfiehlt sich eine Trinkdauer bis maximal 2049. Ein gutes Trinksignal ist der Jahrgang bereits jetzt – zwingend dekantieren (mindestens 1 Stunde).
Quellenangabe
Preis
Der typische Marktpreis liegt bei ca. 37 bis 45 Euro pro Flasche (0,75 l) inkl. MwSt. (Stand: Frühjahr 2026). Der durchschnittliche Preis ohne Steuern liegt laut Wine-Searcher bei ca. 33 Euro. Angesichts der Bewertungen von 95–97 Punkten von Parker, Suckling und Lobenberg ist der Preis als sehr attraktiv einzustufen.