Giuseppe Quintarellis Valpolicella Classico Superiore 2018 ist kein gewöhnlicher Valpolicella – er ist der Beweis, dass eine vermeintlich einfache DOC-Appellation Weltklasse-Wein hervorbringen kann, wenn ein Meister am Werk ist. Mit außerordentlicher Tiefe, meditativer Eleganz und einem Aromenreichtum, der an Amarone erinnert, setzt dieser Wein Maßstäbe in seiner Kategorie.
Der 2018er zeigt samtige, perfekt integrierte Tannine, eine bemerkenswert harmonische Balance trotz 15 % Alkohol und einen außergewöhnlich langen Abgang. Absolute Trink- und Lagerempfehlung für alle, die das Außergewöhnliche suchen.
Was ist das für ein Wein?
- Name: Giuseppe Quintarelli Valpolicella Classico Superiore
- Weingut: Az. Agr. Quintarelli Giuseppe
- Klassifikation: DOC Valpolicella Classico Superiore
- Jahrgang: 2018
- Weinart: Rotwein
- Alkohol: 15,0 % vol.
- Rebsorten: Corvina, Corvinone, Rondinella (Hauptrebsorten); ergänzt durch kleine Anteile Croatina, Molinara, Nebbiolo und Cabernet Sauvignon – genaue Prozentangaben werden vom Weingut nicht veröffentlicht
- Weinausbau: ca. 7 Jahre (ca. 84 Monate) in großen Botti aus Slavonischer Eiche
Quellenangabe
Herkunft
- Kontinent: Europa
- Land: Italien
- Provinz: Venetien (Veneto)
- Region: Valpolicella
- Teilregion/Appellation: Valpolicella Classico
- Ort: Negrar di Valpolicella
Terroir
- Bodentyp: Kalkstein- und Tonmergelböden mit Basalteinschlüssen, typisch für die Hügel des Valpolicella Classico
- Bodenbeschaffenheit: Mittelgründig, gut drainiert, steinig
- Klima: Mediterran mit kontinentalen Einflüssen; Temperaturen werden durch die Nähe zum Gardasee spürbar gemildert; warme, trockene Sommer und milde Winter begünstigen langsame, gleichmäßige Reife
- Exposition: Süd- bis Südwestlagen an den Hügeln von Negrar
- Höhenlage: ca. 150–350 m ü. NN
- Besondere Einflussfaktoren: Nähe zum Gardasee; moderierender Einfluss des „Ora"-Windes (Gardaseewind); weniger Niederschlag als im östlichen Valpolicella-Gebiet
Quellenangabe
Besonderheit
Giuseppe Quintarelli (1927–2012) galt als „Il Papa della Valpolicella" und zählt zu den größten Legenden der italienischen Weinwelt. Sein Valpolicella Classico Superiore ist kein gewöhnlicher Valpolicella: Quintarelli lässt die Hälfte der Trauben für rund zwei Monate in Holzkisten trocknen – analog zum Verfahren bei Amarone. Die andere Hälfte wird frisch verarbeitet. Nach der Ernte folgt eine dreitägige Maischegärung mit wilden Hefen, dann ruht der Wein auf der Feinlefe und durchläuft eine zweite Gärung. Anschließend reift er rund sieben Jahre in großen Botti aus Slavonischer Eiche – eine Geduld, die in der modernen Weinwelt kaum noch ihresgleichen findet. Das Weingut in Negrar produziert in sehr kleinen Mengen und beliefert Händler rigoros zugeteilt.
Quellenangabe
Sensorik
- Aussehen/Farbe: Intensives Rubinrot mit deutlichen Granatreflexen; hohe Farbdichte mit leicht opaker Mitte; ausgeprägte Viskosität
- Duft/Nase: Eingemachte Schwarzkirschen und Sauerkirschkonfitüre im Vordergrund; balsamische Noten, Gewürznelken, Blutorangen; getrocknete Blüten von Rosen und Veilchen; feiner Steinmineralik und ein Hauch Lavendel; tertiäre Töne von Kräuterwürze
- Geschmack/Gaumen: Samtig-weiche Textur mit einer pikanten Salzigkeit; der hohe Alkohol tritt warm und einladend, nie aufdringlich auf; reife, perfekt integrierte Tannine tragen eine bemerkenswert harmonische Struktur; Aromen von dunklen Waldbeeren und Kräutern begleiten den Gaumen
- Abgang/Länge: Außerordentlich langer Abgang; aromatische Blüten, Brombeeren und eine leichte Fruchtsüße im Nachhall; meditativer, eleganter Ausklang
Quellenangabe
Qualität
- Komplexität: Außerordentlich hoch – vielschichtige Frucht-, Gewürz- und Blütenaromen, die sich mit Luft weiter entfalten; ein Valpolicella von Amarone-ähnlicher Tiefe und Vielschichtigkeit
- Ausgewogenheit: Sehr harmonisch – der hohe Alkohol (15 %) ist vollständig in die samtige Textur integriert; Säure, Tannin, Frucht und Alkohol stehen in einem bemerkenswert stimmigen Verhältnis
- Typizität: Höchste Ausprägung des Quintarelli-Stils; zeigt die typischen Charakteristika der Corvina-Cuvée (Sauerkirsche, Balsam, Würze) auf Weltklasse-Niveau; repräsentiert den Valpolicella Classico in seiner edelsten Form
- Lagerpotential: Sehr hoch – der Wein kann problemlos bis mindestens 2040, idealerweise bis 2045 und darüber hinaus, gelagert werden
Quellenangabe
Charakter
- Aristokratisch und meditativ – ein Wein, der Ruhe verlangt und Zeit braucht
- Verblüffend üppig und dicht für einen Valpolicella; erinnert in Tiefe und Fülle an einen kleinen Amarone
- Entwickelt sich stark mit Luft – Dekantieren für mindestens zwei Stunden vor dem Servieren ist unbedingt empfohlen
- Kraftvoll und doch filigran – der hohe Alkohol tritt nie aufdringlich auf, sondern wärmt behutsam
- Die angetrocknete Fruchtnote verleiht dem Wein einen leicht kontemplativen Charakter, der Valpolicella und Amarone miteinander verbindet
- Leicht ätherisch in der Textur – der Wein scheint zwischen konzentrierter Frucht und zarter Eleganz zu schweben
Quellenangabe
Food Pairing
- Geschmorter Lammrücken mit Rosmarin, Thymian und jungen Kartoffeln
- Risotto all'Amarone (Risotto mit Amarone-Reduktion und Grana Padano)
- Gebratene Taube (Piccione arrosto) an reduziertem Bratenjus
- Pappardelle mit Wildschweinragù und schwarzen Oliven
- Reife Hartkäse wie Asiago stravecchio oder Grana Padano Riserva (24 Monate)
- Brasato al Valpolicella – geschmorter Rinderschmorbraten mit Wurzelgemüse
Quellenangabe
Trinkfenster
Der Wein ist aktuell (Stand: Mai 2026) nach seiner langen Kellerreife bereits sehr gut trinkbar und zeigt erste Reife. Zur vollen Entfaltung empfiehlt sich ein weiteres Zuwarten bis 2028 bis 2030. Den Höhepunkt wird der Wein voraussichtlich zwischen 2029 und 2038 erreichen. Spätestens bis 2045 trinken. Dekantieren für mindestens zwei Stunden ist ausdrücklich empfohlen.
Quellenangabe
Preis
Der typische Marktpreis liegt bei ca. 93 bis 110 Euro pro Flasche (0,75 l) im deutschen Fachhandel (Stand: Frühjahr 2026).